irights.info hat zusammen mit der Wikimedia Deutschland und Creative Commons eine Broschüre über die Fallstricke der Nichtkomerziell-Lizenzen (NC) auf der re:publica vorgestellt und im Netz veröffentlicht.

Die Broschüre kann man als PDF herunterladen: CC-NC-Leidfaden_web.pdf

image0Viele möchten mit der NC-Lizenz verhindern, dass z.B. große Verlage ohne Nachfrage Inhalte nehmen, damit (viel) Geld machen und der eigentliche Urheber davon nichts abbekommt. Das ist durchaus verständlich, aber das Problem der NC-Lizenz ist die Definition von Komerzieller Verwendung und die daraus resultierende mögliche Verbreitung (Denn der Sinn aller CC-Lizenzen ist ja eine möglichst große Verbreitung des Werkes zu gewährleisten)

Beispiel 1:  Ein Foto für Wikipedia

Ich erstelle ich ein gutes Bild von einer seltenen Pflanze und lade dieses bei Flickr mit dem Lizenzhinweis “NC” hoch. Ein fleißiger Autor schreibt nun ein Wikipediaartikel über eben diese Pflanze und stolpert auf der Suche nach Bildern zur Illustration über mein wundervolles Bild. Dieses darf er aber nicht verwenden, weil die WikimediaFoundation Geld einnimmt und die Wikipedia auch noch auf CD-Gepresst und verkauft wird. Sie ist als komerziell einzustufen!

Beispiel 2: Ein Gedicht für die Bildung

Ich schreibe ein wundervolles Gedicht wie z.B.:

Es war einmal ein Hase,

der hatte keine Nase.

drum konnte er nicht schnüffeln,

nach den erles’nen Trüffeln

Wundervoll - und ich verstehe es nur zu gut, dass ein germanistisches Seminar dieses Gedicht verwenden will, um moderne Qualitätslyrik eingehend zu untersuchen. Das dürfen sie aber leider nicht so einfach, denn alle Universitäten nehmen Drittmittel ein, sind nicht vollständig aus öffentlicher Hand finanziert und somit als komerziell einzustufen. Ich stehe also mit meiner NC-Lizenz der Bildung im Wege.

Beispiel 3: Blogtexte

Nur weil ein Blog von einer Privatperson in der Freizeit betrieben wird, ist es nicht automatisch nicht kommerziell.

Eine kleine Werbeanzeige, ein Flattr-Button, ein Paypal-Spendenbutton. Was eigentlich nur als kleiner Ausgleich der Serverkosten gedacht ist, hebt das Blog rechtlich auf eine ganz andere Ebene.

Die NC-Lizenz macht also allerlei Probleme und ich könnte dies hier noch weiter auswalzen, aber die eingangs erwähnte Broschüre erklärt recht deutlich wann das NC-Modul sinnvoll ist und wann nicht. Außerdem reicht oft schon das SA-Modul aus, um “echte” komerzielle Verwerter von der ungefragten Nutzung der Inhalte abzuhalten.

Nach der Lektüre, habe ich die Lizenz hier im Blog auch angepasst und nun sind alle Inhalt (sofern nicht anderst markiert) unter CC-BY-SA lizenziert.

Bild von qthomasbower