Gar nicht so einfach ein Buch zu finden mit einem Tier im Namen, wenn alles in Kisten verpackt ist. Doch mit den ersten Kartons, die sich in der neuen Wohnung leeren kommen auch wieder die Bücher zum Vorschein.

Das vorgestellte ist eines meines Lieblingsautors Klaus Kordon, von dem ich schon einmalein Buch im 52-Bücherprojekt hatte. Diesmal geht es nicht um die Nachkriegszeit sondern um die Zeit während der Diktatur der SED in Ostdeutschland.

Kordon schreibt in Krokodil im Nacken autobiographisch über sein Leben, seine missglückte Flucht und die Gefangenschaft im Stasi-Knast Berlin-Hohenschönhausen. Das Buch ist ab 14 ausgewiesen, aber ich empfehle es jedem Erwachsenen, denn es ist alles andere als ein simples Jugendbuch. Es ist beklemmend und nach der Lektüre kann man diese opferverhöhnende “Ostalgie” noch weniger verstehen. Möchte man das ganze Thema auch noch museal begehen. Kann man nach Lektüre die Gedenkstätte Hohenschönhausen besuchen und eine der wirklich sehr guten Führungen mitmachen.

Aus dem Klappentext:

Stasi-Untersuchungsgefängnis Berlin-Hohenschönhausen. In der Zelle 102 sitzt Manfred Lenz, in einer anderen seine Frau Hannah. Ihre Kinder Silke und Michael sind im Kinderheim untergebracht. Eine missglückte Republikflucht, im Sommer 1972, hat die Familie auseinandergerissen. Viele Monate Einzelhaft, Schikanen, endlose Verhöre durch die Stasi. In dieser Zeit rekapituliert Lenz sein Leben: Da ist die Kneipe der Mutter am Prenzlauer Berg, in der er nach dem Krieg aufwächst. Beim Einmarsch sowjetischer Panzer auf dem Potsdamer Platz, am 17. Juni 1953, ist der zehnjährige Manne dabei. Da ist, nach dem Tod der Mutter, das Kinderheim, in dem sechshundert Kinder und Jugendliche mit militärischem Drill zu jungen Sozialisten erzogen werden sollen und aus dem Manne Lenz bald rausfliegt. Da ist die Insel in der Spree - dreißig Jungen im Jugendwohnheim - und nur wenige hundert Meter entfernt die verlockende Grenze nach WestBerlin. Nach dem 13. August 1961 flüchten seine besten Freunde - der 18-jährige Manfred Lenz geht nicht mit. Die Liebe zu Hannah, ihre frühe Hochzeit, die schwierige Zeit als Wehrpflichtiger und der berufliche Aufstieg als Exportkaufmann, der Reisen bis ins ferne Asien mit sich bringt, bestimmen fortan Lenz’ Leben. Er könnte zufrieden sein, vielleicht sogar glücklich, nach dem Prager Frühling 1968 aber sitzt ihm das »Krokodil« im Nacken … Am Ende des Romans werden die Häftlinge Manfred und Hannah Lenz von der Bundesrepublik freigekauft. Erst ein Jahr später dürfen ihre Kinder folgen.