Manche Leute meinen sie hätten irgendein ominöses Persönlichkeitsrecht, dass auch die Fassade des Gebäudes schützt in dem sie wohnen oder arbeiten. Das ist natürlich großer Quark und hoffentlich gibt es auch nie ein Gesetzt, dass solche Animösitäten unterstützt. Man darf bei allem Engagement für Datenschutz und Privatspäre nicht vergessen, dass es so etwas wie einen öffentlichen Raum gibt, der genauso vor privaten Übergriffen geschützt werden muss wie das Private vor der Öffentlichkeit.

In letzter Zeit gab es eine große Debatte um den Dienst Google StreetView. Google hat die Möglichkeit eingeräumt, Häuser verpixeln zu lassen. Einmal vor dem Start und auch weiterhin über einen simplen Klick  image0in jedem StreetView Bild. Das ist wirklich großzügig, denn rechtlich muss das gar nicht geschehen, es sei denn es geht wirklich um erkennbare Personen.

Auch halte ich Ängste vor Eigentumdelikten, die durch den Onlinedienst vereinfacht werden sollen für vollkommen überzogen, aber Angst kann man schwierig objektiv beurteilen.

Interessant finde ich allerdings, dass viele wohl bei anderen Diensten gar keine Bedenken haben sich bzw. ihr Haus zu zeigen. So haben sich manche Kritiker direkt vor ihrem Haus und unverpixelt von Medien interviewen lassen, nur um danach einen hässlich grauen Fleck im Onlinestadtbild zu hinterlassen.

Und es gibt auch schon seit einiger Zeit andere Dienste im Netz, die ähnliches wie Google anbieten, bei derern Veröffentlichung aber niemand danach geschrien hat. So bietet die Telekom über die Seite telefonbuch.de nicht nur eine praktiche Kartenansicht, sondern auch die Möglichkeit die gesuchte Adresse aus der Vogelperspektive aus den vier Himmelsrichtungen anzuschauen.

Schaut man nun bei Google nach der Goethestraße 63 in Berlin bekommt man nur das verpixelte Gebäude zu sehen.

Verpixelte Goethestrasse63 auf StreatView

Im Telefonbuch jedoch, bekommt man sogar noch das Hinterhaus präsentiert (Klick für große Ansicht):

image2Warum ist das so? Ist die Telekom einfach ein anständiges deutsches Unternehmen und darf damit Bilder von Häusern ohne Widerspruch veröffentlichen? Können da auch diverse Datenskandale beim ehemaligen Staatskonzern nicht daran rütteln? Wird einfach mit zweierlei Maß gemessen? Oder ist Google in dem Fall schlicht zu nett?

Update: Mit diesem Link, kommt man direkt zum Haus im Telefonbuch  - einfach noch auf Vogelperspektive klicken