Folgendes Problem: Ich starte eines Morgens den PC und bis auf einen Haufen Fehlermeldungen tut sich nicht viel. I/O Error in Blockdevice oder so ähnlich. Was heißt das?

Die Festplatte ist entgültig abgeschmiert und man kann den PC nicht mehr booten.

Ich habe mir also die neuste *SystemRescueCD* hier runtergeladen und auf CD gebrannt.

Dann habe ich mit TestDisk mir mal die Platte angesehen.

Das komplette Partitionsverzeichnis war weg. Aber genau dazu ist das Programm ja da. Erstmal hat es gar nichts gefunden auch eine DeeperSearch brachte nichts zu Tage. Jetzt hieß es experimentieren!

Die Lösung brachte die Einstellung unter Geometry. Ich musste dort unter Heads die Anzahl der Köpfe ändern.

Dann fand Testdisk mit Hilfe der Tieferen Suche alle Partitionen problemlos. Ich habe schon gejubelt und dachte, das wars alle Daten wieder da und Schluss mit der Arbeit.

Der geneigte Leser kann sich nun denken, dass das noch nicht das Ende vom Lied war.

Die Festplatte war folgendermaßen aufgeteilt:

hda1 hda2 hda3 hda4
HOME-Verzeichnis Dokumente und Musik System Swap

Ich kam an die Dateien von hda1 -  das war schon mal gut, das System hätte ich auch retten können und hda4 ist ja nur der Auslagerungsspeicher. Nur hda2 konnte nicht eindeutig zugeordnet werden, da wohl die Platte physisch genau am Anfang dieser Partition defekt war. Ich habe die Größe der Partition also einfach festlegen müssen, auch wenn ich damit vielleicht ein paar Daten gekillt habe. Damit kam ich aber noch immer nicht an die Dateien ran.

Wie das ging kommt nach der nächsten Maus :-)

Ich musste zuerst die defekten Teile Block für Block auf einen nutzbaren Teil der Platte auslesen.

Es gelang mit dd_rescue und dd_rhelp (Ein Skript, dass das Auslesen vereinfacht und beschleunigt)

Folgender Befehl war der richtige:

dd_rhelp /dev/hda2 /dev/hda1

Meine ganze Musik lagerte sowieso auf der externen Festplatte, das wichtigste war nun also die Dokumente wieder zu bekommen,  die im ODT-Format vorlagen.

Das Programm ***magicrescue*** hilft dabei ungemein. Es scannt die Blöcke nach “magic bytes” d.h. ganz bestimmte Zeichenfolgen, die auf einen Dateitypen hinweisen.  Dazu nutzt das Programm Rezepte von denen auch schon einige mitgeliefert werden z.B. für jpeg-jfif, pdf und eben auch zip Dateien, die ähnlich wie odt’s aufgebaut sind..

Das Rezept ist sogar so gut,  dass es die Dateien gleich in *.ooo umbenennt. Man startet also die Rettung mit dem Befehl:

magicrescue -r zip -d RETTUNGSVERZEICHNIS /dev/hda1

Jetzt dauert es eine gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanze Weile, aber danach hat man im Verzeichnis einen Haufen Dateien, die man dann nur noch sortieren muss. Die Namen bleiben nämlich leider nicht mehr erhalten und dazu kommen viele mehrfach vertretende. Bei mir kamen zusätzlich noch zip-Dateien raus, die ich aber getrost löschen konnte. Dies waren kleine Fehlerdateien (das Programm hat wohl nur einen Anfang gefunden und diese dann als “MiniZip-Datei” ausgegeben) ich hatte nämlich vorher keine einzige Zip-Datei.

Naja, alle Daten wieder da und ich bin glücklich :-D