Asus ZenFone 2 im Test

AsusZenFone2Im Rahmen einer Testaktion von Asus wurde mir ein Testgerät zur Verfügung gestellt. Einen Monat darf ich das Gerät testen. Leider sind schon dreiviertel des Testzeitraumes vergangen, denn ich habe mich an das schicke Gerät schon gewöhnt.  Ich fange mal gleich mit dem Fazit an. So können wir alle Leser, die sich nicht für die Details interessieren in die Weiten des Internets entlassen.

Fazit

Man kann die Leistung des Gerätes so zusammenfassen: Gutes Gerät für angemessenen Preis (ca. 380€), mit einigen schönen Ideen – aber Abzüge in der B-Note.

Hardware

Auf der Rückseite des ZenFone 2 prangt das Intellogo, denn es befindet sich tatsächlich eine 64-bit Atom CPU im Inneren.  Mit diesem Prozessor gehört das Gerät also eher zu den Exoten, wird der Mobilmarkt doch eher von anderen beherrscht.

Ich möchte mich hier nicht mit all den Komponenten, die in  einem modernen Kleinrechner verarbeitet sind sondern beschreibe hier eher die Alleinstellungsmerkmale dieses Gerätes.

Irgendjemand in der Asus Designabteilung hatte den Mut die Lautstärkenwippe mal anders als bei der Konkurrenz zu platzieren. An der Seite befindet sich keine einzige Taste. Man kann die Lautstärke auf der Rückseite unter direkt unter der Kamera steuern. Das ist ziemlich gewöhnungsbedürftig. Zumindestens die ersten zwei Tage. Denn es ist einfach der richtige Platz für diese Taste. Wenn man telefoniert und das Gegenüber versucht die Distanz statt durch das Handy, durch echtes Schreien zu überrücken, hat man seinen Finger eh schon in der Nähe und man kann blind die Lautstärke auf ein erträgliches Maß reduzieren. Auch wenn man das Gerät in der Hand liegt, kann man so die Audioausgabe gut kontrollieren, ohne den sicheren Griff zu reduzieren.

Zudem ist es ein DuaSIM-Gerät, so kann man zum Beispiel die eigene und die SIM des Arbeitsgebers in einem Gerät verwenden. Die genaue Funktionalität konnte ich in Ermangelung eines zweiten Anbieters nicht testen.

Die Kamera ist mit 13MP und vor allen Dingen extrem guter Kameraapp ( genannt PixelMaster) ein wirkliches Highlight dieses Telefons. Deshalb folgt dazu ein gesonderter Artikel.

Abzüge in der B-Note

Der Lautsprecher befindet sich versenkt, das machen andere Hersteller genauso, allerdings sammelt sich dort einfach Staub und Dreck. Ein ähnliches Problem habe ich außerdem am Rand des Gerätes. Ich weiß nicht, ob dies generell so ist, aber bei meinem Gerät ist eine winzige Lücke zwischen Glas und Gehäuse am oberen Rand. Auch hier sammeln sich Krümel und Staub an. Noch ein kleines Manko ist die sehr stark gebogene Rückseite. Das Handy liegt so zwar angenehm in der Hand, auf dem Tisch liegend ist es jeddoch kaum bedienbar.

Software

Ein wirklich gutes Gerät zeichnet sich nicht durch Ansammlung der allerbesten Komponenten aus (auch wenn das schon mal hilft). Wirklich schön und angenehm wird ein Gerät, wenn clevere Software einem das Arbeiten mit dem Smartphone versüßt.

ZenUi

Hier kann das ZenFone 2 eindeutig punkten. Über das Betriebssystem Android 5.0 gießt ASUS eine eigene Oberfläche, die sich sehr dezent verhält und dennoch ein Zugewinn bedeutet. ZenUi heißt diese Eigenentwicklung und bietet einige nette Verbesserungen gegenüber der Standardoberfläche.

Die Anwendungsübersicht präsentiert sich schon mal schön Übersichtlich, denn standardmäßig sind alle Anwendungen nach Typ sortiert. Möchte man das nicht kann man zu einer alphabetisch sortierten Übersicht umschalten. Die Einsortierung der meisten installierten Apps ist ziemlich richtig. Hat man doch einmal eine eher Unbekannte installiert oder ist mit der Vorsortierung nicht zufrieden kann man eingreifen und einfach umsortieren.

Überhaupt ist die Anpassung an die eigenen Wünsche mit Themes problemlos möglich. Ein wirklicher Gewinn bieten aber die Gesten auf dem ausgeschaltetem Display.

Doppeltes tippen schaltet das Display an. Mit extra Gesten kann man sogar direkt Anwendungen starten. Ein auf den noch schwarzen Bildschirm gezeichnetes C öffnet direkt die Kamera. Schnappschüsse sind so wirklich nicht weit entfernt. Neben dem C stehen noch die Gesten: W, S, e, Z und V zur Verfügung, diese sind alle Vorbelegt (W= Web → Browser). Alle sind wieder konfigurierbar. So liegt bei mir auf dem S die Messaginganwendung Signal.

Das ZenFone 2 hat ein 5.5 Zoll Display, das ist für den Einhandbetrieb recht groß. Kann man aber nur eine Hand benutzen kann man schnell den Einhandmodus einstellen.  Nun wird nur noch ein kleiner Teil des Bildschirms verwendet.
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Man kann das Bild in der Größe anpassen und verschieben. Angenehmer Nebeneffekt: Ist man Entwickler kann man seine Apps schon mal mehrere Gerätgrößen vortesten.

AppLock

AppLock ist ein Mittelweg zwischen Sicherheit und Nutzbarkeit. Möchte man nicht jedesmal sein Entsperrmuster/Passwort eingeben, kann man nur relevante Apps durch AppLock sperren. Was gesperrt werden soll ist individuell einstellbar.  Das macht das Arbeiten sehr angenehm, vor allen Dingen, wenn man häufig auf sein Handy schaut, aber nicht immer den Code angeben möchte. Allerdings muss man dabei darüber Nachdenken was denn genau Sicherheitsrelevant ist.  Das sollte man bedenken.

Und wieder: Abzüge in der B-Note

Kurz nach Veröffentlichung dieses Artikels habe ich ein Systemupdate eingespielt. Die Fehler die ich an dieser Stelle beschrieben hatte, habe ich nicht mehr gefunden. Hinzugekommen sind Anleitungen, die unklare Menüpunkte erklären. Die ZenUI hat noch kleinere Fehler in der Übersetzung. Es sind keine wirklich groben Schnitzer, aber das ein oder andere Wort ist nicht Großgeschrieben, wie es sein soll. Außerdem versteht man z.T. nicht, was sich genau hinter welchem Menüpunkt verbirgt. Allerdings wird dies eher dem Poweruser auffallen, der tatsächlich bis in die Tiefen der Systemkonfiguration absteigt.

Was mich wirklich stört: Die Sperrbildschirme von AppLock enthalten Werbung. Das finde ich geht gar nicht. Wenn ich mir irgendeine kostenlose Anwendung aus dem PlayStore herunterlade ist das in Ordnung, für eine ins System integrierte Anwendung ist das meiner Meinung nach absolut schlechter Stil.

Softwareauswahl

Ein neues Gerät kommt ja immer mit diversen Anwendungen vom Hersteller oder weiterer Bloatware. Da hat ASUS sich für einen sehr löblichen Weg entschieden. Kaum Bloatware und vorinstallierte Anwendungen können einfach deinstalliert oder wenigstens deaktiviert werden. Twitterclient, Facebookapp – Fehlanzeige. Ich habe tatsächlichganz alleine die Entscheidungsmöglichkeit welche Dienste und vor allen Dingen welchen Client ich dafür nutzen möchte. In diesem Punkt kann sich HTC (und sicher auch andere Hersteller) eine echt dicke Scheibe abschneiden.

Zusammenfassung

Das Gerät mach Spaß. Ich nutze es wirklich sehr gerne. Gerade die cleveren Softwarelösungen, der ZenUI erleichtern wirklich die Arbeit im Alltag wenn ich das Gerät zurückgeben muss werden diese mir wirklich fehlen. Die Fehler in der UI werden hoffentlich in nächster Zeit durch Updates ausgemerzt.  Auch die Kamera ist wirklich sehr gut und Auf die Frage von Asus, würdet ihr es gerne behalten?, kann ich nur mit Ja antworten.