Gerade wird wieder mal eine kleine mediale Sau durchs Dorf getrieben. Die Bußgelder für Radfahrer werden teurer und nach Forderung des Bundesrates auch Bußgelder für Autofahrer, die Radfahrer gefährden. Die Meldungen auf den verschiedensten Internetangeboten deutscher Tageszeitungen sind kommentarreich (sofern Kommentare erlaubt sind). Allgemeines Aufregen von Autofahrern über die “Rüpel-, Kampf, oder Rowdyradler” , die im dunklen ohne Licht mit der Freundin auf der Mittelstange, ohne Licht, zwei Einkaufstüten über dem Lenker hängend, auf der falschen Seite gegen die Fahrtrichtung und in einem Affenzahn es den armen Autofahrern ganz schön schwer machen. Ähnliches wird dann wieder Autofahrern vorgeworfen, die das aber wiederum gar nicht abkönnen usw. usf. Weiter angeheizt werden solche Diskussionen durch Politiker und Juristen wie Ramsauer oder zuletzt Nehm, der tatsächlich meint, dass sich kaum ein Radfahrer regelkonform verhält. Was all die Polterer außer acht lassen: autofahrer_radfahler_arschloecherDie meisten Radfahrer sind auch Autofahrer und umgekehrt und unter allen ist die Anzahl an Arschlöchern gleich groß. Es sind immer dieselben Typen, die sich daneben benehmen und das derzeitige Gefährt spielt nur eine untergeordnete Rolle. Wenn man das weiß, dann muss man die Verkehrspolitik und den öffentlichen Diskurs drauf auslegen und darf nicht verschiedene Gruppen von Verkehrsteilnehmern gegeneinander ausspielen nur um ein paar Euro mehr in die Staatskasse zu spülen. Wir müssen einfach schauen, wie wir den öffentlichen Raum möglichst sinnvoll gemeinsam nutzen so, dass alle, egal welches Gefährt sie in diesem Moment nutzen, gut und sicher an ihr Ziel kommen.

flattr this!