Liomans Blog

42 ist die Antwort - aber wie lautet die Frage?

Category: Ubuntuusers Planet (page 1 of 5)

Alle Artikel, die im Ubuntuusers-Planeten erscheinen. http://planet.ubuntuusers.de/

Tomate – Pomodoro unter Linux

Ich habe die Pomodoro-Technik für mich entdeckt. Diese wird immer mal wieder als die neuste Idee der Zeiteinteilung angepriesen, aber an sich ist der Trick uralt. Aber zuerst zur Technik an sich. Man stellt sich einen Kurzzeitwecker auf 25 Minuten (oder eine andere sinnvolle nicht zu lange Zeiteinheit). In dieser Zeit tut man nichts anderes, als die gestellte Aufgabe(n) zu erledigen. Man surft nicht auf YouTube herum, checkt nicht schnell mal die Mails oder schaut auf das Handy. Klingelt der Wecker, stellt man ihn gleich wieder. Dieses mal auf 5 Minuten und verhält sich genau umgekehrt. Sprich man macht echt Pause und vermeidet alle Arbeit. Holt sich einen Kaffee, bewegt sich ein bisschen, lässt frische Luft herein usw. Nach vier Pomodoros macht man eine längere Pause von 20-30 Minuten und lässt auch hier alle Arbeit ruhen.

Logo des Programms Tomate

Logo des Programms Tomate

Das funktioniert wirklich gut und die Produktivität steigt sehr schnell, wenn man sich mal daran gewöhnt hat. Die klassische Low-Tech-Variante mit Zettel Papier und Kurzzeitwecker ist wahrscheinlich die intensivste und Beste. Leider ist sie nicht ganz bürokompatibel. Wenn ständig irgendwo ein Wecker klingeln würde, wäre es um die konzentrierte Arbeitsatmosphäre schnell schlecht bestellt. Für solche Gelegenheiten bieten sich diverse Mobilapplikationen an oder, wenn man eh am Rechner sitzt, ein kleines Programm. Neben diversen Browsererweiterungen gibt es eben auch native Anwendungen. Für Linux/ Ubuntu hat sich Tomate als das derzeit Beste erwiesen (Oder das was mir am meisten zusagt). Tomate ist mit Python und Gtk3 entwickelt und beherrscht die wichtigsten Funktionen. Es ist nicht in den Paketquellen enthalten, kann aber per PPA hinzugefügt und installiert werden.  Dazu im Terminal folgende Zeilen eingeben.

In den Einstellungen kann man nun die Zeiten ändern, oder die kleine Tomate im Indicator dazu bringen den Fortschritt anzuzeigen. Außerdem ist es möglich die Art der Benachrichtigung zu ändern, leider ist eine Änderung des Tones (noch) nicht möglich. Was leider auch noch etwas unschön ist. Klickt man auf das Kreuz oben rechts schließt man das Programm. Möchte man es nur in der Benachrichtigungsleiste haben, muss man auf das Icon klicken und kann dann mit einem Klick auf “Hide” das Fenster verstecken.

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Amazon Prime Instant Video unter Ubuntu ohne Pipelight

Ich habe immer noch einen Prime-Account und ab und zu ist es doch ganz nett bei Amazon auch Videos zu streamen. Leider ist die Umsetzung noch nicht so optimal, wie ich es von so einem mächtigen Konzern erwarten würde. Gerade was Komfort, Stabilität (ruckelte schon zu Unzeiten bei bester eigener Internetverbindung, so dass ich doch lieber ausgeschaltet hatte) und aber auch die Auswahl anging kann der Dienst noch deutlich verbessert werden.

Wieso kann ich zum Beispiel nicht jede Serie einfach auf Englisch umschalten, sondern muss mir die Serie in der Sprache extra raussuchen?

Dazu kam immer das wechseln auf Windows, denn Silverlight gibt es ja offiziell nicht für Linux. Die Lösungen mit Pipelight hatten bei mir nie zufriedenstellende Ergebnisse gebracht.

Amazon Videoplayer-Einstellungen

Amazon Videoplayer-Einstellungen

Nun hat Amazon einen Schritt in die (falsche) richtige Richtung vollzogen. Nun kann man in den eigenen Einstellungen einen Flashplayer aktivieren. Längere Tests habe ich noch nicht durchgeführt, aber das Abspielen geht im Firefox, wenn man den User Agent zusätzlich auf den eines unter Windows laufenden Browsers stellt.

Schöner wäre natürlich etwas moderneres als Flash gewesen. Es gibt ja durchaus Dienste, die auf HTML5 setzen, aber vielleicht kommt das noch

Update: Scheint so als wäre die Flashoption wieder zurück. Dafür funktioniert sie nicht mehr unter Linux. Im Firefox soll die Version zu alt sein und in Chrome läd der Player aber kein Videostream.

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Vi/Vim auf einen Schlag verbessern

„Icon-Vim“ von User:ZyMOS, for the Open Icon Library - Open Icon Library. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons.

Icon-Vim“ von User:ZyMOS, for the Open Icon LibraryOpen Icon Library. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons.

Es gibt derzeit alle halbe Jahr irgendeinen neuen Texteditor, der irgendwas besonders toll oder schön machen soll. Github  hat erst kürzlich Atom veröffentlicht und zuvor galt Sublime Text als das Nonplusultra. Doch man muss eigentlich gar nicht so weit suchen, wenn man einen schnellen an die eigenen Bedürfnisse angepassten Texteditor braucht. Jede Linuxdistribution (und damit auch die meisten Server, die man so zu verwalten hat) bringen Vi bzw. Vim (die verbesserte Variante) mit. Neben emacs ist das  Textbearbeitungsurgestein und eigentlich ein Konsoleneditor, der ohne graphische Oberfläche daherkommt.

Neben der Mausunabhängikeit ist eine besondere Stärke die Erweiterbarkeit mit speziellen Modulen. So beschrieb ich hier schon einmal, wie man mit blogit.vim Blogposts in WordPress absetzt. Das ist aber nur eines von vielen Erweiterungen, die man für Vim herunterladen kann, um Autovervollständigung, Syntaxhighlighting oder besondere Themes zu aktivieren. Ist Vim einmal mit  sudo apt-get install vim installiert, kann man  das Programm perfekt auf die eigenen Bedürfnisse anpassen und der Editor bleibt trotzdem sehr schlank und performant.

mit ",z" kommt man in den Zenmode

mit “,z” kommt man in den Zenmode

Möchte man mit der Konfiguration nicht bei null beginnen, gibt es mit  The Ultimate Vimrc schon mal ein gutes Anfangsset. Das Projekt wird von amix auf github gehostet und ist mit nur zwei Befehlen ganz einfach installiert.

Das Paket bringt neben fünf Colorthemes und einer direkten Gitanbindung eine ganze Reihe von Erweiterungen, die ich hier nicht gesondert aufzähle, denn die vollständige Liste befindet sich auf der Seite des Projekts. Aber auch was Komfort angeht wird ein bisschen etwas geändert. Der <leader> wird von “\” auf “,”  gestellt, was gerade auf der deutschen Tastatur viel einfacher ( und damit schneller ) handzuhaben ist.

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Mit OpenSource Projekte planen

Muss man ein Projekt planen, kann man das natürlich mit allerlei Software tun. Es gibt kommerzielle Produkte und auch allerlei freie bzw. quelloffene Programme, die einen Projektmanager bei seiner Arbeit unterstützen sollen. Da man aber bei jeder Art von Projekt mit mehreren Personen zusammen arbeiten muss, bietet es sich eigentlich an, eben nicht alles auf dem heimischen Rechner im stillen Kämmerlein zu installieren, sondern auf einem Server eine wie auch immer geartete Planungssuite zu haben, auf dass dann alle Projektteilnehmer zugreifen können. Es gibt gerade für große Planungen sicher auch alle möglichen (kommerziellen) Dienste, aber die sollen hier kein Thema sein.

Bei meiner Recherche bin ich auf zwei interessante Möglichkeiten, die hier kurz vorstellen möchte.

Das Logo von LibrePlan

Das Bild von Regocasasnovas steht unter CC-BY-SA

LibrePlan

Ursprünglich hieß die Software NavalPlan und wurde ursprünglich vom Industrieministerium der galicischen Regionalregierung finanziert. Der Name lässt schon vermuten, dass es ursprünglich um Schiffe ging. Da das Ergebnis der Entwicklung aber universell einsetzbar war, benannte man die in Java geschriebene Software um und veröffentlichte sie 2010 auf Sourceforge.net. Nun steht die sehr umfangreiche Planungssuite unter AGPL und kann kann frei runtergeladen und unter Ubuntu sehr einfach über ein PPA installiert werden.

Um sie zu testen und mit ihr lokal zu arbeiten (es ging nur um ein Planspiel, so wurden alle Netzfunktionalitäten nicht gebraucht) hatte ich sie in einer virtuellen Maschine installiert. Das ging ohne Probleme und erste Tests waren wirklich vielversprechend. Man kann gut Abhängigkeiten von Phasen, etc abbilden, Milestones setzen und recht einfach per

Gantt-Chart in LibrePlan

Gantt-Chart in LibrePlan

Drag&Drop umplanen. Generell merkt man, dass LibrePlan durchdacht ist und gerade für große Infrastrukurprojekte entworfen ist. So kann man externe Firmen, Materialien, Kunden und eigene Ressourcen unter einer Oberfläche verwalten und auch QS-Maßnahmen durch entsprechende Formulare und Zuständigkeiten durchführen. Und für Kommunikation mit Kunden und Partnern, bzw. für die Dokumentation kann man, sofern man vorher fleißig Daten eingepflegt hat Berichte generieren und in diversen Formaten auch exportieren und per E-Mail verschicken.

Muss man mehr als ein Projekt planen, womöglich sogar ähnliche direkt hintereinander bietet LibrePlan auch die Möglichkeit Vorlagen zu erstellen, so muss man sich die gleiche Arbeit nicht zwei mal machen. Ein weiteres “Gimmick” ist eine App für Android, mit der jeder Mitarbeiter seine Arbeitspakete anschauen und bearbeiten kann.

Fazit

Ausgereifte Software, mit vielen Funktionen. Eher geeignet für große Projekte und/oder für Unternehmungen, die oft Projekte durchführen müssen. LibrePlan braucht allerdings ein paar Ressourcen, da ein Applikationsserver benötigt wird. So kann man die Projektsoftware nicht so einfach auf einem shared Hoster installieren.

 

Logo OpenProjectOpenProject

Da ich nun für ein zweites Projekt wirklich auf einen Webdienst angewiesen war, also nicht Lokal in der VM arbeiten konnte, und bei uberspace.de keinen eigenen Tomcat habe, fiel die Nutzung von LibrePlan ins Wasser und ich musste mich nach anderen Möglichkeiten umsehen. Schon nach kurzer Recherche stieß ich auf OpenProject, dass kurz zuvor in Version 3.0 erschienen war. Da die beiden Projekte sich ähneln, werde ich jetzt eher auf die Unterschiede eingehen. Auch hier kann man Arbeitspakete und deren Abhängigkeiten abbilden, die Software ist jedoch eher auf Softwareentwicklung ausgelegt. So gibt es direkte Anbindung an svn und git, sofern diese auf dem gleichen Server installiert sind (Commits können direkt im Paket angezeigt werden, wenn man in die Nachricht die Nummer angibt). Und es gibt ein Plugin, die die Arbeitsweise mit agiler Softwareschmieden (Strichwort: SCRUM) leicht machen sollen. Überhaupt gibt es ein paar spannende Plugins, die man hinzuschalten kann. Möchte man z.B. auch Dateien hinzufügen, Besprechungen verwalten (sehr praktisch!), eine eigene Projektwiki oder github.com anbinden kann man bei der Installation diese Extramodule aktivieren. Im Umkehrschluss heißt das: Benötigt man bestimmte Funktionen nicht, kann man sich den Serverplatz einfach sparen.

Auch OpenProject kann man vor der Installation auf dem eigenen Server testen. Und das noch komfortabler als LibrePlan. Man bekommt mit nur ein paar Klicks eine eigene Testinstanz, mit der man rumspielen kann. Nach 30 Tagen wird dann die Instanz und mit ihr alle Daten gelöscht.

Nachteile gibt es allerdings auch hier: OpenProject ist einfach noch nicht so komfortabel wie LibrePlan. Das fängt schon bei der Installation an. Es gibt zwar neuerdings deb-Pakete, dieses beinhaltet aber keine Plugins und man müsste diese dann von Hand nachinstallieren. Auch sonst ist alles ein bisschen starrer. So kann man Paketnamen und Beschreibungen nicht einfach editieren. Vielleicht ist dies auch beabsichtigt, ich hätte aber gerne die Option dazu. Auch kann man nicht so schön einfach Pakete oder ganze Arbeitspaketbäume per Drag & Drop umplanen. In vielen Fällen bleibt nichts anderes übrig, als Duplikate zu erstellen und die Originale dann zu löschen. Das ist besonders ärgerlich, wenn schon auf das Paket gearbeitet wurde und mit veränderter Paketnummer auch alle Verweise flöten gehen.

Fazit

Gute Software, die das Planen und Durchführen, vor allen Dingen von Softwareprojekten leicht macht. Gute Integration von VCS und nützliche Features, die sich durch Plugins an und ausschalten lassen. Dazu auch Shared Hoster geeignet. Wären die Abzüge in der B-Note nicht, wäre es eine perfekte Software. Aber schon jetzt ist OpenProject für kleinere und mittlere Unternehmungen geeignet.

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Belkin-Router richtig Flashen

Vielleicht sollte der Titel anders lauten: “Wie startet man beim F7D4301 (und manch anderen Belkin Routern) den MiniCFE-Server um dd-wrt richtig aufzuspielen”, denn bei diesem Router habe ich es getestet. Allerdings sollte die Vorgehensweise auch bei anderen Routern dieser Firma funktionieren und so ist der Titel eher Allgemein gehalten. Wer einen anderen Router hat, kann es gerne ausprobieren und

dd-wrt_logoIn meinem Artikel Befreie deinen Router hatte ich beschrieben, wie man den Router aus dem Hause Belkin mit deutlich mehr Funktionen und/oder Performanz ausstatten kann. Die freie Router-Software werkelt seitdem  auf meinem Router vor mich hin und wenn ich Zeit und Muße hätte, könnte man mit den entsprechenden Funktionen noch alles mögliche anstellen. Leider hatte ich letztens beim Konfigurieren einen Fehler gemacht und Afterburner eingestellt. Der Router blieb daraufhin beim Hochfahren hängen und man kam weder per WebGUI noch per Telnet dran.

Die Lösung des Problems war ein Neuaufspielen der Software und da das dieses Mal nicht per WebGUI ging, blieb mir nichts anderes übrig, als den Start des MiniCFE-Servers zu versuchen. Das letzte Mal ist es mir aus irgendwelchen Gründen (wahrscheinlich zu wenig Geduld) nicht gelungen, nun ging es ohne Probleme.

  • Man muss den PC zuerst mit einer statischen IP im Adressraum des Routers versehen. Dieser kann unterschiedlich sein und man muss es schlicht ausprobieren. Entweder 192.168.1.x oder 192.168.2.x, wobei  x durch irgendeine Zahl größer 1 ersetzt werden muss.
  • Nun verbindet man den Rechner per Ethernetkabel mit dem Router, an dem sonst nichts hängen darf  (Auch kein Stromkabel)
  • Drückt man nun die WPS-Taste, steckt das Gerät ein und hält die Taste dabei für 5-15 Sekunden gedrückt, bleibt das Licht auf grün und der Server ist gestartet.
  • unter 192.168.1.1 oder 192.168.2.1 ist das Gerät nun erreichbar und man kann Rebooten, NVRAM löschen oder eine neue Firmware aufspielen.

Diese Methode sollte man auf jeden Fall beim flashen nutzen, denn unter Umständen kann man sonst den Router bricken.

Wie immer gilt: Wer nicht weiß was er beim aufspielen alternativer Firmwares tut und was das für Folgen haben kann, sollte es lieber lassen. Ich übernehme keine Garantien für eventuell zerstörte Geräte.

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