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42 ist die Antwort - aber wie lautet die Frage?

Category: Gesellschaft (page 1 of 20)

Kinderfreie Zone

Straßenschild: Ende der Spielstraße

Zeichen 325.2“ von Andreas06 and MediatusEigenes Werk. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons.

Kinderfreie Zone – hieß es immer, wenn meine Eltern mal nicht von der tobenden Horde belagert werden wollte. Wir konnten uns immer sehr gut mit uns selbst beschäftigen, aber wenn die Erwachsenen plötzlich die Lust nach einem Kaffee überkam und sie sich auch noch über langweilige Dinge unterhalten wollten, konnten wir es kaum aushalten einmal nicht in die Küche zu gehen. Es war für uns irgendwie unverständlich, was das sollte. Heute kann ich es sehr gut nachvollziehen. Denn obwohl ich wirklich sehr gerne Vater bin schätze ich die Zeit in der ich, ohne dabei endlose Traktorenvideos anschauen zu müssen, an meinem Rechner sitzen kann um zum Beispiel diesen Artikel zu schreiben. Ausgelöst durch den Kontrollverlust über  die eigene Zeit tritt dieses Gefühl aber eigentlich nur auf, wenn man immer (eigene) Kinder um sich hat. Kinderlose Menschen dürften dieses Problem eigentlich nicht kennen.

Und trotzdem stieß ich vor einiger Zeit in einem Bio-Hotelprospekt auf das Angebot eines Erwachsenenhotels am Bodensee.

Da wir ein reines Erwachsenenhotel sind, ist der jüngste Gast mindestens 16 Jahre alt. So bleiben Sie als ruhesuchende Erwachsene unter sich.…

heißt es in dem Werbetext, der eine Übernachtung schmackhaft machen soll. Das mag vielleicht nicht so schrecklich wie Firhall sein, trotzdem finde ich das Ausschließen einer ganzen Bevölkerungsgruppe (auf Grund ihrer Lebensgestaltung) irgendwie verwerflich. Es gibt zwar eine ganze Reihe von Einrichtungen, deren Benutzung Kindern nicht gestattet ist, das hat aber meistens mit Jugendschutz und anderen sinnvollen Argumenten zu tun. Genau wie es alle möglichen Schrauben gibt , an denen man drehen kann, um das Etablissement für Familien mit Kindern attraktiv zu machen, gibt es welche, wenn man älteres Publikum bevorzugt. Ein explizites “Verbot” wäre nicht notwendig.

Muss man sich darum überhaupt einen Kopf machen? – Es geht doch nur um ein besonderes Geschäftsmodell, um im hart umkämpften Markt eine spezielle Nische zu besetzen. Es kann sein, dass man darauf gar keinen Gedanken verschwenden sollte, trotzdem finde ich es irgendwie nicht richtig. Oder wäre  folgender Werbetext in Ordnung:

Wollen Sie am Pool liegen ohne, dass sie sich alte Schwabbelbäuche ansehen müssen. Da wir ein altenfreies Hotel sind ist der verwelkteste Gast höchstens 40 Jahre alt. So bleiben Sie als junge attraktive Urlauber unter sich…

Wahrscheinlich nicht und obwohl dies vermutlich auch rechtens ist, hätte ein Anbieter sehr schnell alle mögliche Kritik aber kaum Kunden am Hals. Natürlich gibt es diverse Hotels, die sich tatsächlich eher an jüngere Leute richten (z.B. Jugendherbergen) diese kommen aber meines Wissens ohne solche Marketingsprüche aus (und gerade besagte Jugendherbergen richten sich inzwischen doch auch an ein breiteres Publikum).
Vielleicht sehe ich ein zu großes Problem, das so gar nicht existiert, aber man könnte ja durchaus auch andere Kategorien an die “Kunden” anlegen. Wie wäre es mit Religion, Hautfarbe, etc.?
Und das wäre dann wirklich nicht tolerierbar!

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Höhrtipp: Gabriel der Totengräber des EEG

Heute hat der Bundestag mit den Stimmen der SPD und CDU das EEG zu Tode reformiert. Dazu möchte ich gerne diesen Kommentar aus dem DLF empfehlen.

Sendezeit:
27. Juni 2014, 19:09 Uhr
Autor:
Döschner, Jürgen
Programm:
Deutschlandfunk
Sendung:
Kommentar
Länge:
02:28 Minuten

Zur Sendung

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Der ewige Kampf im Verkehr – das nervt

Gerade wird wieder mal eine kleine mediale Sau durchs Dorf getrieben. Die Bußgelder für Radfahrer werden teurer und nach Forderung des Bundesrates auch Bußgelder für Autofahrer, die Radfahrer gefährden. Die Meldungen auf den verschiedensten Internetangeboten deutscher Tageszeitungen sind kommentarreich (sofern Kommentare erlaubt sind). Allgemeines Aufregen von Autofahrern über die “Rüpel-, Kampf, oder Rowdyradler” , die im dunklen ohne Licht mit der Freundin auf der Mittelstange, ohne Licht, zwei Einkaufstüten über dem Lenker hängend, auf der falschen Seite gegen die Fahrtrichtung und in einem Affenzahn es den armen Autofahrern ganz schön schwer machen. Ähnliches wird dann wieder Autofahrern vorgeworfen, die das aber wiederum gar nicht abkönnen usw. usf. Weiter angeheizt werden solche Diskussionen durch Politiker und Juristen wie Ramsauer oder zuletzt Nehm, der tatsächlich meint, dass sich kaum ein Radfahrer regelkonform verhält. Was all die Polterer außer acht lassen: autofahrer_radfahler_arschloecherDie meisten Radfahrer sind auch Autofahrer und umgekehrt und unter allen ist die Anzahl an Arschlöchern gleich groß. Es sind immer dieselben Typen, die sich daneben benehmen und das derzeitige Gefährt spielt nur eine untergeordnete Rolle. Wenn man das weiß, dann muss man die Verkehrspolitik und den öffentlichen Diskurs drauf auslegen und darf nicht verschiedene Gruppen von Verkehrsteilnehmern gegeneinander ausspielen nur um ein paar Euro mehr in die Staatskasse zu spülen. Wir müssen einfach schauen, wie wir den öffentlichen Raum möglichst sinnvoll gemeinsam nutzen so, dass alle, egal welches Gefährt sie in diesem Moment nutzen, gut und sicher an ihr Ziel kommen.

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Heuchler

Oh ihr heuchlerischen Schreiberlinge! Ihr Kleingeister – Machthungerige, die ihr euch Journalisten und Verleger nennt. Ihr schießt in allen Medien und Hinterzimmer dieser Republik aus allen Rohren, um euer überholtes Geschäftsmodell per Gesetz zu sichern. Jetzt werft ihr dem marktbeherrschenden Unternehmen Google Fouls und schmutziges Spiel vor, da dieses vor der ersten Debatte im Bundestag über euer geliebtes Leistungsschutzrecht selbst eine Kampagne gestartet hat. Dabei macht ihr seit ihr diesen Unsinn auf die Tagesordnung gesetzt habt, nichts anderes. Vielleicht ist es so, dass sich Google etwas zu sehr als Verteidiger der Freiheit hochstilisiert, aber ihr tut nichts anderes. Ihr fahrt eine Kampagne nach der anderen und euer Spiel ist so dunkel wie die Druckerschwärze mit der ihr eure einseitig tendenziöse Kommentare und Artikel an die Kioske dieser Republik bringt.

Das Internet ist nicht der Untergang des Abendlandes und Papier wird durch digitale Medien nicht komplett ersetzt werden (ebenso wenig wie das Fernsehen das Radio abgeschafft hat). Und analoge Medien sind nicht wertvoller als digitale. Wir müssen als Gesellschaft nicht mehr in Papier als in andere Datenträger investieren. Es ist nicht einfach die Form, die schon ein mit allen Mitteln schützenswertes Kulturgut darstellt, sondern es ist hauptsächlich der Inhalt. Und große Verleger und ihre Angestellten haben nicht automatisch die Deutungshoheit. Google ist nicht euer größter Feind, sondern es ist die voranschreitende Demokratisierung des Publizierens. Es macht euch Angst, dass jeder sein Verleger sein kann und man auf diesen Gatekeeper nicht mehr zwingend angewiesen ist.Denn nicht mehr der Verlag entscheidet über Wohl und Wehe am Markt, sondern der Konsument hat mehr und mehr die Macht direkt in der Hand. Und deswegen richtet sich euer Gesetz gar nicht gegen Google direkt, auch wenn ihr das wie die Kuh auf der Weide immer und immer wieder durchkaut.

Natürlich wären Dienste wie GoogleNews auch von diesem Unsinn betroffen, aber das Unternehmen wird sein Geld schon verdienen. Mit oder ohne euch! Wenn man für ein Snippet oder sogar eine Überschrift schon zahlen müsste, wird von euren schönen Artikeln in den Suchmaschinen nur ein kleiner hässlicher Link übrigbleiben. Ein analoges Beispiel gefällig? Niemand geht in einen Laden und kauft sich ein Buch, auf dem weder Klappentext noch Titel zu sehen ist, nur weil der Name des Verlags in den Einband graviert ist. Deswegen werden auch die Besuche auf euren Seiten in den Keller gehen und die Leser werden sich nach anderen zuverlässigen Quellen umschauen und sie auch finden.

Das LSR ist und bleibt ein Innovationskiller, denn kleine kreative Dienste und Plattformen würden darunter Leiden oder gar nicht erst gegründet werden und ich hoffe, dass dieser schmierige Lobbyeismus euch nur Geld kostet, aber nicht von Erfolg gekrönt wird.

Damit sich große Verleger nicht noch mehr Geld in die Tasche stecken können und die Art und Weise wie wir das Internet sehen und nutzen nicht verändert. Informiere dich über Leistungsschutzrecht bei IGEL, rede mit Freunden und Bekannten und schreibe deinem Abgeordneten im Bundestag.

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Verteidige Dein Netz! – Google-Kampagne gegen das Leistungsschutzrecht

Verteidige Dein Netz! Google Kampagne gegen das Leistungsschutzrecht

Google hat eine Kampagne gegen das Leistungsschutzrecht (kurz LSR) gestartet. Das ist nicht ganz verwunderlich, soll doch das LSR hauptsächlich gegen den Suchmaschinenbetreiber und dessen Produkt Google News in Stellung gebracht werden. Die Aktion wird derzeit sogar auf der Startseite beworben und ich hoffe, dass dadurch mehr Leute auf dieses Thema stoßen. Bisher scheinen sich eher Spezialisten dieses Themas angenommen zu haben. So scheiterte trotz der potentiellen Auswirkungen für Alle eine Petition am Quorum wegen zu wenigen Unterschriften. Aufmerksamkeit für die Thematik ist also gut und wenn genug Leute mitmachen und auch ihrem Bundestagsabgeordneten schreiben, hat das vielleicht einen größeren Effekt als eine (erfolgreiche) Petition.

Die Argumente gegen das LSR sind auf der Kampagnenseite noch einmal kurz zusammengefasst. Möchte man genauere Informationen, sollte man bei IGEL vorbei schauen.

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